TREND 06|18 (Nr. 36), Ausgabe Juni 2018

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Wenn der Kreis sich schließt – Cradle-to-Cradle am Beispiel des Modulgebäudes Otto bonprix.

Laut Bundesministerium wird rund ein Drittel des Ressourcen­verbrauchs in Deutschland von Gebäuden verursacht. Für Abfallaufkommen oder CO2-Emissionen gilt Ähnliches. Die Lösung dieses wachsenden Problems liegt in der effizienten Wieder­verwendung ganzer Gebäudestrukturen, wie es z. B. bei der Modulbauweise möglich ist.

Bereits bei der Konzeption eines modularen Gebäudes wird berücksichtigt, wie ein Projekt über den gesamten Lebenszyklus die Nachhaltigkeitsanforderungen optimal erfüllt: von der emissionsarmen Vorfertigung im Werk über die energieeffiziente und wartungsarme Nutzungsphase mit einer problemlosen Anpassung an sich ändernde Anforderungen – auch Ortswechsel sind möglich – bis hin zum Recycling in ferner Zukunft. Mindestens 96 Prozent aller im Modulbau verwendeten Materialien lassen sich durch die konsequente Vermeidung von Verbundstoffen in den Wertstoffkreislauf zurückführen und wiederverwerten.

Zusammenarbeit mit Fraunhofer-Institut
Seit einiger Zeit fordern Verbände wie die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB) eine Weiterentwicklung des EnEV-Nachweises, in dem die Ökobilanzierung über den gesamten Lebenszyklus eines Gebäudes betrachtet wird. KLEUSBERG hat daher gemeinsam mit dem Fraunhofer-Institut für Bauphysik eine Studie durchgeführt, in der diese Thematik aufgegriffen und am Beispiel eines 8.800 m² großen Bürokom­plexes für das Versandhandelsunternehmen Otto in Hamburg untersucht wurde. Das Projekt eignete sich besonders gut, da der Bauherr während der Sanierungs- und Modernisierungs­maßnahmen auf dem Otto-Campus adäquate Büros benötigte, die später gegebenenfalls zurückgebaut werden sollen. So konnte von der Planung bis zur Fertigstellung und folgenden Wiederverwendung der gesamte Produktkreislauf abgebildet und untersucht werden. In einem ökologi­schen Vergleich betrachtete man unter anderem die Umweltwirkun­gen des Treibhauspotentials eines Modulgebäudes im Vergleich zu denen anderer Bauweisen. Der Betrachtungszeitraum belief sich hier auf 3 Lebenszyklen eines Gebäudes à 20 Jahre. Der Ansatz der Wiederver­wendbarkeit der Module ermöglicht es, den Ener­giebedarf für die Herstellung der Baustoffe auf verschiedene Nutzungsphasen zu verteilen, und ver­schafft so einen maß­geblichen Vorteil gegen­über anderen Bauweisen, der mit der Anzahl der Lebenszyklen sogar noch größer wird.

Cradle-to-Cradle
Am Ende eines Lebenszyklus lassen sich modulare Stahlskelett­gebäude wieder abbauen und Gebäudesegmente können ohne großen Umbau in einem neuen Projekt zum Einsatz kommen. Nach dem Cradle-to-Cradle-Betrachtungsprinzip – „von der Wiege bis zur Wiege“ – wird ein Gebäude also bereits im Herstellungs­prozess als Ressource für die nächste Nutzungsphase optimiert. Materialien, Rohstoffe und Wertstoffe gehen nicht verloren, sondern können nach ihrem Gebrauch weitestgehend zurückgewonnen und wiederverwertet werden. Durch die Mehrfachnutzung der Gebäudekonstruktion ist eine deutliche Reduzierung des Treibhauspotentials der verbauten Materialien gegeben.

Die DGNB hat Ziel-, Referenz- und Grenzwerte formuliert. Die von KLEUSBERG verbauten Materialien liegen im Bereich „A+“ der Energieeffizienzskala und erfüllen somit die Werte der DGNB.
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