Modulbau: Holz und Stahl im Tragwerk

Das Tragwerk eines Gebäudes kann aus unterschiedlichen Materialien bestehen. Beton gilt dabei als besonders vielfältig einsetzbar. Betrachtet man den Baustoff jedoch unter ökologischen Gesichtspunkten, schneidet er im Vergleich zu anderen Materialien schlechter ab. Beton entsteht auf Basis endlicher Rohstoffe. Bereits heute ist die wichtige Ressource Bau-Sand stark begrenzt. Hinzu kommt beim Grundstoff Zement die Klimabelastung durch den produktionsbedingt hohen Ausstoß von CO2.

Die Grundkonstruktion eines Modulgebäudes von KLEUSBERG besteht aus Holz oder Stahl. Dabei sprechen einige Eigenschaften – wie die Schnelligkeit beim Baufortschritt und die damit einhergehende Zeitersparnis sowie die qualitätsgeprüfte Vorfertigung der einzelnen Module im Werk – für beide Ausführungsvarianten. Auch unter Nachhaltigkeitsgesichtspunkten sind Stahl und Holz gleichermaßen positiv zu bewerten. Stahl wurde in seinen Eigenschaften über Jahrzehnte weiterentwickelt. Der Einsatz dessen ermöglicht in nahezu allen Anwendungsbereichen – vom Automobilbau bis zum Bausektor – einen hochstabilen und sicheren Leichtbau und schlanke Bauteile. Modulgebäude, deren Tragkonstruktion aus dem beliebig oft recycelbaren Baustoff bestehen, weisen gegenüber konventionellem Bauen z. B. mit Beton schon heute eine gute Ökobilanz auf. Diese wird sich über den stark zunehmenden Einsatz erneuerbarer Energie bei der Stahlproduktion sukzessive verbessern.

Holzmodulgebäude verfügen im Vergleich zur Massivbauweise von Grund auf über ein niedrigeres Gewicht, eine schlankere Gebäudehülle sowie eine bessere Wärmedämmung. Je nach Kundenwunsch können Holzoberflächen innen wie außen sichtbar bleiben. Durch konstruktiven Holzschutz sowie eine entsprechende UV-Lasur wird das Material vor äußeren Einflüssen geschützt.

Dieser Tage hat KLEUSBERG ein Holzmodulgebäude für die Hausburg-Grundschule in Berlin fertiggestellt, das in den Fluren und Nischen mit festverbauten Sitzgruppen aus Holz ausgestattet ist. So sind ruhige Lernplätze entstanden, die durch den natürlichen Baustoff besondere Behaglichkeit ausstrahlen und zum Verweilen einladen. Auch Außen spiegelt sich das nachhaltige Material wider. Die naturbelassene Lärchenholzfassade mit vertikal und horizontal verlegter Rhombuslattung verleiht dem Gebäude ein besonders ansprechendes Erscheinungsbild.

Holz und Stahl im Tragwerk
Holz und Stahl im Tragwerk

Cradle-to-Cradle
Bereits im Herstellungsprozess werden die einzelnen Module von KLEUSBERG als Ressource für die nächste Nutzungsphase betrachtet. Was im Stahlmodulbau bereits gelebte Praxis ist, lässt sich auf ein Gebäude aus Holz ebenfalls übertragen. Stahl wird 100-prozentig recycelt und wiederverwendet. Holzprodukte lassen sich am Ende ihrer Lebensdauer energetisch verwerten. Dadurch entsteht mehr Energie als zur Herstellung, Nutzung, Instandhaltung und Entsorgung verbraucht wird. Zusätzlich können fossile Brennstoffe vermieden werden, was sich wiederrum positiv auf den CO2-Ausstoß auswirkt. Bei der Verbrennung von Holz wird nur so viel CO2 freigesetzt, wie der Baum während seines Wachstums aufgenommen hat. Es findet also eine Art Ausgleich statt, durch den ein neutraler CO2-Kreislauf entsteht.

Mit Investitionen in Forschung und Entwicklung, z. B. neuer, noch emissionsärmerer Fertigungsmethoden und schadstofffreier Systematiken, treibt KLEUSBERG sein Umwelt-Engagement konsequent voran.

Holz und Stahl im Tragwerk

Flexibilität durch Versetzbarkeit
Modulare Gebäude, sei es aus Stahl oder Holz, lassen sich aufgrund ihrer Konstruktion nachträglich an einen anderen Standort versetzen. Die Innen- und Außenwände eines Stahlmodulbaus übernehmen grundsätzlich keinerlei statisch tragende Funktion, sodass auch alternative Raumaufteilungen durch Entfernen oder Versetzen von Wänden problemlos möglich sind. Bei einem Holzmodulgebäude sollte die Versetzbarkeit bereits bei der Planung berücksichtigt werden. Auch hier lässt sich der Neubau für die Hausburg-Grundschule in Berlin als Beispiel aufführen. Aufgrund des innerstädtischen, begrenzten Baufelds erhielt das Bezirksamt Friedrichshain-Kreuzberg lediglich die Gebäudegenehmigung für eine Standzeit von 8 Jahren. Im Nachgang soll der Modulbau an einen anderen Standort versetzt werden. Um den Eingriff in das Baufeld möglichst gering zu halten, wählte KLEUSBERG eine Punktfundamentierung. Auf diese baut eine Balkenlage mit zwischenliegender Dämmschicht auf, die als Unterkonstruktion für die Module des Erdgeschosses dient und den späteren Rückbau erleichtert.

Kurze Ausbauzeit durch hohen Vorfertigungsgrad
Die einzelnen Wandtafeln aus massivem Brettschichtholz sind mit exakten Ausschnitten für Fenster und Türen versehen. Der Einbau erfolgt werkseitig bevor die Module die KLEUSBERG Fertigungsstraße in Kabelsketal verlassen. Elektroinstallationen sowie Akustikdecken sind ebenfalls vorgerüstet, sodass die Ausbauzeit auf der Baustelle auf ein Minimum reduziert wird. Das rund 2.000 m² große Schulgebäude in Berlin konnte so innerhalb von 3 1/2 Monaten Bauzeit fertiggestellt werden. Der Neubau besteht aus 75 Holzmodulen.

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